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Abschlussreise – Siegburg begegnet Israel –„ Zu Gast im Heiligen Land „
01.09.-08.09.2011
01.09.2011 - Anreisetag
Alle Reiseteilnehmer waren pünktlich am vereinbarten Treffpunkt am ICE Bahnhof/ Siegburg, so dass wir ca. 5.20 Uhr mit dem Bus der RSVG Richtung Flughafen Düsseldorf starten konnten. Nach dem Einchecken hatten wir sogar noch genügend Zeit, in einer der Cafeterias zu frühstücken. Etwas verspätet starteten wir um 9.30 Uhr mit einem Airbus der Air Berlin in Richtung Tel Aviv. Drei Reiseteilnehmer trafen wir im Flugzeug, da diese privat nach Düsseldorf angereist waren. Nach ca. 4 Stunden sehr ruhigem Flug landeten wir am Ben Gurion Flughafen in Tel Aviv. Nach der z.T. sehr gründlichen und ausführlichen Einreisekontrolle erwarteten uns die Mitarbeiter der örtlichen Reiseangetur Amiel. Nachdem wir den nötigen Geldumtausch erledigten, wurden wir von unserem Reiseleiter Assaf begrüßt und in Empfang genommen. Im Bus erhielten wir nützliche Begrüßungsgeschenke für unsere Reise ( eine Landkarte, einen Sonnenschutzkappe und einen Stoffbeutel ). Auf der Fahrt nach Haifa fuhren wir auf der A6, der „ Transisraelstrasse 2, die entlang der antiken Route Via Maris verläuft, konnten wir bereits den Trennzaun zum Westjordanland sehen. 2002 begann Israel mit dem Bau der Grenzanlagen als Reaktion auf die große Anzahl der Selbstmordanschläge, deren Attentäter aus dem Westjordanland kamen. Die Grenzanlage ist international umstritten . So konnten wir bereits die ersten Eindrücke unseres Gastlandes sammeln. Gegen 16 Uhr trafen wir im Hotel COLONY ein, wo wir die nächsten 3 Tage wohnten. Das sehr hübsche Hotel lag sehr zentral in Haifa, in unmittelbarer Nähe des berühmten Baha´i Schreins. In dem sauberen und hübsch eingerichteten Zimmer haben uns sehr wohl gefühlt. Das Abendessen wurde uns im gegenüberliegenden Restaurant GAUDI serviert. Danach hatten wir die Möglichkeit, die nähere Umgebung auf eigene Faust zu erkunden. Ein Blick zum wunderbar beleuchteten BAHA´I Tempel war ein schöner Abschluss des ersten Reisetages.
02.09.2011 - Sonderprogramm Haifa mit der Familie Heymann aus Siegburg, die flüchten musste.
Der heutige Tag war für viele Reiseteilnehmer einer der Höhepunkte der Reise! Um 9. 3o Uhr wurden wir von Herrn Uri Heymann, dem Sohn von Moritz Heymann, (einem aus Siegburg stammenden Geschäftsmann) in der Lobby des Hotels begrüßt. Herr Heymann begleitete uns an diesem Tag und gemeinsam fuhren wir zuerst zur „ Ramat Eshkol „ Synagoge. Dort erwartete uns bereits Herr Fred Gottlieb ( ein Freund der Familie Heymann, ebenfalls in Siegburg geboren und im Krieg geflüchtet ), Herr Prof. Hershkowitz und die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Haifa. Nach den Begrüßungsansprachen wurde in einer feierlichen Zeremonie die Siegburger THORA aufgerollt, die von der Familie Heymann in der Reichsprogrom-Nacht aus der brennenden Synagoge in Siegburg gerettet wurde. Wir konnten dieses wichtige Dokument der Siegburger Juden besichtigen. Für einige Reiseteilnehmer waren dies sehr emotionale und sicher unvergessliche Augenblicke. Gegen 11.30 Uhr verabschiedeten wir uns und unsere Reiseleiterin Edith begleitete uns auf der 2 stündigen Stadtrundfahrt durch Haifa. Vor 120 Jahren war Haifa noch ein Fischerdorf. Heute ist Haifa die drittgrößte Stadt in Israel und ist die Stadt der Arbeit, zwischen dem Berg Karmel und der Mittelmeerküste gelegen. Moderne Hihgtechnologie bestimmt zum großen Teil das Stadtbild. Nicht zu vergessen ist der wichtige Hafen. Die Höhepunkte der Stadtrundfahrt war der der berühmte „ Baha´i Schrein „ – mit seinen hängenden Gärten – das Wahrzeichen der Stadt, das Karmeliter Kloster „ Stella Maris „, welches bereits im 12. Jahrhundert durch die Kreuzritter gegründet wurde ( die Kirche ist der älteste Ort der Verehrung der Hl. Maria ).Das Mittagessen erwartete uns im sehr bekannten Fischrestaurat „ Ben Ezra „ , wo uns ein landestypisches Fischgericht serviert wurde. Zum Abschluss des Tages waren wir am öffentlichen Strand Haifas „ Hof Hakamel „ zum Baden. Ein wunderbarer Strand und Wassertemperatur von über 24 Grad ließen ein Urlaubsgefühl aufkommen.
03.09.2011 - Sonne – blauer Himmel-- „ Galiläiascher Salat „ - unter diesem Motto stand der heutige Tag.
Um 8 Uhr erwartete uns Assaf in der Lobby des Hotels. Im bequemen und klimatisierten Bus starteten wir Richtung AKKO. Akko . eine zerstörte und zugeschüttete osmanische Kreuzritterstadt ! Orient und Okzident liegen hier aufeinander- nicht umsonst Weltkulturerbe. Unser Reiseleiter Assaf führte uns durch Ausgrabungsstadt, die bereits im 12. Jahrhundert erbaut und im 13. Jahrhundert wieder zerstört wurde. Die heutige arabische Stadt stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Weiterfahrt durch die galiläischen Berge führte uns in den Ballungsraum Nazareth, wo heute 200.000 Menschen leben. Nazareth, die Geburtsstadt Jesu, ist die größte arabische Stadt Israels. Im Mittelpunkt der Stadt die Verkündigungskirche - die größte Basilika im nahen Osten. Im Hof der Kirche wird Maria auf unterschiedlichsten Bildern, (Geschenke der verschiedenen Staaten) , dargestellt. Nach der Besichtigung ging unsere Fahrt weiter in das Drusendorf Dalyat el-Karmel. Hier wurde uns ein typisches Mittagessen serviert. Anschließend hielt Assaf einen kurzen Vortrag über das Volk der Drusen, diese kleine Religionsgemeinschaft, die Ihren Ursprung im Islam / im 12. Jahrhundert /haben, deren besondere Gewohnheiten und Geschichte. Heute sind die Drusen völlig in der israelischen Gesellschaft integriert. Die nächste Station war die Eliasklosterkirche ab Berg Tabor, dem „ Berg der Verklärung Christi „. Der Abschluss des heutigen Tagesbesichtigungsprogramms war der Besuch der idyllisch gelegenen Weinkellerei „ Amphora „. Diese kleine Kellerei produziert im Jahr 65 000 Flaschen Wein höherer Qualität. Die Reben kommen aus den Weinbergen in Galiläa, den Golanhöhen und Teilen der Wüste Negev. Bei der ausführlichen Besichtigung wurde uns die Bedeutung des Weinanbaus in Israel erklärt. Bei der abschließenden Weinprobe durften wir einige Weine verkosten. Am Abend war die große landesweite Demo in Israel angesagt - für die Verbesserung der sozialen Leistungen (insgesamt waren in ganz Israel 460 000 Leute auf den Straßen). Da unser Hotel Colony direkt an einer der Hauptstrassen lag, waren wir sozusagen „ mitten im Geschehen „ und haben die Demonstration hautnah miterlebt.
04.09.2011 – wieder blauer und Himmel und Sonne !
Nach dem Frühstück hieß es Abschied nehmen vom Hotel COLONY und von Haifa, wo wir uns sehr wohl fühlten. Wie bereits gewohnt erwartete uns Assaf um 8 Uhr am Bus zur Abfahrt. Die erste Station des Tages war die Kirche am Berg der Seligpreisungen, wo Jesus seine berühmte Bergpredigt hielt. Die Kirche ist heute ein modernes Gebäude, erbaut zwischen den beiden Weltkriegen. Vom Berg der Seligpreisungen hatten wir einen herrlichen Blick auf den nahegelegenen See Genezareth. Die antike Synagoge in Kapernaum, die Brotvermehrungskirche in Tabgha und die Petruskapelle waren die nächsten Besichtigungspunkte. Es folgte eine 2 stündige Bootsfahrt auf dem See Genezareth. Der See ist neben der religiösen Bedeutung für die Christen ein ganz wichtiger Wasserspeicher. Von hier aus wird Trinkwasser ins ganze Land geleitet, die Landwirtschaft und die Wüste bewässert. Den berühmten „ Petrusfisch „ – die berühmteste Fischart des Sees – haben wir im Restaurant „ by Maria „ zu Mittag gegessen. Von der nahegelegenen Anhöhe konnten wir bis zu den Gollanhöhen und nach Jordanien blicken. Auf der Weiterfahrt in Richtung Süden / Totes Meer / durch das Jordantal, hatten wir einige Zeit das palästinensische Westjordanland mit dem Grenzzaun im Blick. Die 14 Höhlengebiete in Qumran in der Nähe des Toten Meeres waren die nächste Station. Hier wurden die wichtigen Schriftrollen des alten Testamentes gefunden. Die Fahrt durch die judäische Wüste bot einen traumhaften Ausblick. Der Abschluss des Tages war der Besuch des Toten Meeres – 33,7 % Salzgehalt und mit 421 m unter NN der tiefste Punkt der Erdoberfläche! Ein Bad in diesem salzhaltisgten See der Welt war ein besonderes Erlebnis. Gegen 19 Uhr trafen wir in Jerusalem – im Hotel Ramada ein (unser Zuhause für die verbleibenden 4 Tage). Das moderne und recht große Hotel liegt im westlichen Teil der Stadt, unweit der Straßenbahnhaltestelle (Mount Herzl) – die Fahrzeit ins Zentrum der Stadt beträgt ca. 25 min.
05.09.2011 - J e r u s a l e m – die heilige Stadt – wieder Sonne und blauer Himmel!
Jerusalem ist die Hautpstadt Israels, besteht aus der Altstadt (christliches , armenisches, muslimisches oder arabisches und jüdisches Viertel) der Neustadt mit neuen Siedlungsstätten und Ostjerusalem – von den Palästinensern als Hauptstadt ihres Gewünschten „ autonomes „ Staates angesehen. Jerusalem ist die Heilige Stadt der Christen, Juden und Muslime. Die Besichtigung an diesem Tag begann mit der Fahrt zum Ölberg, von wo wir eine grandiose Aussicht auf die Stadt hatten. Wir gingen den Palmsonntagsweg entlang des Ölbergfriedhofs ( dem prominentesten Friedhof der jüdischen Welt ) zum Garten Gethsemane mit der Kirche der Nationen. Auf den Fundamenten einer Kreuzritter- und einer byzantinischen Kirche wurde 1924 die heutige Kirche fertiggestellt. Durch das Löwen Tor in der Ostmauer gingen wir in die Altstadt. Von hier aus eroberten die Israelis 1967 im Sechstagekrieg die Jerusalemer Altstadt. Wir gingen die Route des Kreuzwegs, der berühmten Via Dolorosa, weiter, machten Halt im österreichischen Hospiz zur Hl. Familie. Vom Dach des Gebäudes hatten wir einen traumhaften Ausblick auf die Altstadt. Im Garten des Hospizes ( wo man auch übernachten kann ) genossen wir beim Cafe den frisch gebackenen Apfelstrudel. Nach einer Pause führte uns Assaf durch das Gewirr der jüdischen und arabischen Basare zur Grabeskirche. Diese historische und heilige Stätte des Grabes und der Auferstehung Jesu teilen sich die 6 christlichen Strömungen: die griechisch – orthodoxen, die Katholiken, die Armenier, Syrer, Kopten und Aramäer. Nach der Besichtigung ging es mit dem Bus Richtung Bethlehem. – das Herz Palästinas. Unser Reiseleiter Assaf durfte uns als Jude leider nicht begleiten. Am Grenzübergang wurde unser Bus kurz kontrolliert und unser palästinensischer Reiseleiter stieg ein. Wir fuhren zum Krippenplatz, in dessen Mittelpunkt die berühmte Geburtskirche - eine fünfschiffige Basilika – steht. Die Geburtskirche ist nach der Tradition der Ort, wo Jesus Christus von der Jungfrau Maria geboren wurde. Sie ist für viele Christen der wichtigste Ort in Israel. Nach der Besichtigung haben die meisten Teilnehmer einen Imbiss im nahegelegenen Restaurant zu sich genommen. Im danebenliegenden Souvenirshop konnten wir Reiseandenken ( wunderschöne Holzfiguren aus Olivenholz ) und Schmuck kaufen. Bei der Rückfahrt nach Jerusalem wurde unser Bus an der Grenzsperre wieder von 2 Militärangehören kontrolliert.
06.09.2011 - J e r u s a l e m – wieder weckt uns die Sonne am wolkenlosen Himmel!
Pünktlich um 8 Uhr starteten wir mit Assaf zu unserer Stadtrundfahrt. Der Weg ging entlang der Knesset ( dem israelischen Parlament ), dem Haus des Staatspräsidenten zum Heiligen TEMPELBERG- der weltgrößten heiligen Anlage. Nachdem wir den Kontrollposten passierten ( die Handtaschen wurden durchleuchtet ), konnten wir das Gelände besichtigen: den über alles ragenden Felsendom mit seiner goldenen Kuppel – das Wahrzeichen Jerusalems (nur von außen für nicht Muslime). An gleicher Stelle stand der Tempel, wo die Opferung Isaaks stattfand, heute das älteste Gebäude aus der byzantinischen Zeit –und die berühmte el- Agsa-Moshee (auch nur von außen) - eine Kreuzritterbasilika aus dem 12. Jahrhundert.
Die berühmte Klagemauer in der Westmauer des Tempelberges war unser nächster Besichtigungspunkt. Dieser Abschnitt der Westmauer war lange Zeit für die Juden die einzige zugängliche Stelle zum Allerheiligsten des Tempelberges. Wir beobachteten Frauen und Männer getrennt voneinander vertieft in das Gebet, für viele Teilnehmer unserer Gruppe ein besonders bewegender Augenblick. Mit dem Bus ging es anschließend nach Yad Va Shem – der weltbekannten Holocaust Gedenkstätte. Hier erwartete uns Herr Fred Gottlieb, den wir bereits von der Begegnung in der Synagoge in Haifa kannten. Während der Führung wurden wir an die unvorstellbaren Grausamkeiten aus der Nazizeit der 3. Reiches erinnert. Vor manchen Ausstellungsobjekten beherrschte „ Totenstille den Raum.
Der fakultative Nachmittagsauflug nach Ein Karem ( hier trafen sich der Tradition nach die beiden schwangeren Frauen Maria und Elisabeth ). Wir besichtigten die Kirche der Begegnung und die Kirche Johannes des Täufers – mit der traditionellen Geburtshöhle. Ein Karem war bis 1948 ein arabisches Dorf in der Nähe Jerusalems, im Juli 1948 eroberten die Israelis das Dorf. Ein Spaziergang durch das Künstlerviertel mit wunderschönen Villen und alten Herrenhäusern war der Abschluss des Ausflugs. Am Abend erwartete uns ein weiterer Höhepunkt: Assaf präsentierte uns „ Jerusalem bei Nacht „ bei einer 2 stündigen Stadtrundfahrt. Das riesige Ausmaß (1,5 x größer als Paris) der beleuchteten Stadt kam noch mehr zur Geltung als am Tag. Eine Fahrt durch das Viertel der ultra orthodoxen Juden (ein Ghetto für sich) war besonders interessant. Ein kurzer Spaziergang in der Nähe der weithin sichtbaren Windmühle durch das nächtliche Jerusalem war der Abschluss.
07.09.2011 - J e r u s a l e m - der letzte Tag ( zur freien Verfügung )
Den fakultativen Ausflug zum Israelmuseum hatten alle gebucht.
Nach 30 min Fußweg von unserem Hotel Ramada erreichten wir das ISRAEL Museum – mit dem Schrein des Buches, wo die heiligen Schriftrollen aus Qumran ausgestellt sind. Das moderne Gebäude hat die Form eines Tonkrugdeckels, wie die Gefäße, in denen die Schriftrollen gefunden wurden. Zu Beginn der Besichtigung gab uns Assaf an dem riesigen Modell Jerusalems zur Zeit des 2. Tempels sehr interessante und wichtige Erklärungen zum Bau der Stadt. Nach der Besichtigung verabschiedeten wir uns von unserem sehr lieb gewordenen Reiseleiter Assaf, der uns bestens in der Woche begleitete und mit seinem enormen Wissen zum Gelingen der Reise beitrug. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung – einige Teilnehmer fuhren mit der Straßenbahn nochmals in die Altstadt um mit Assaf die alte Davidstadt zu besichtigen - ein unvergessliches Erlebnis, wie mir berichtet wurde. Am Abend haben einige Teilnehmer am fakultativen Farewell Dinner im Restaurant „ Modern „ am Israelmuseum teilgenommen. Ein landestypisches 3-gängige Dinner war ein kullinarischer Höhepunkt zum Abschluss unserer Reise.
08.09.2011 - Rückreisetag – Abschied von Jerusalem und von Israel
Um 11.30 Uhr wurden wir am Hotel von Reiseleiterin Annett abgeholt und gemeinsam fuhren wir mit dem Bus nach Tel Aviv zum Flughafen. Nach sorgfältigen und wieder sehr ausführlichen Pass- und Gepäckkontrollen starteten wir etwas verspätet um 16 Uhr mit der Air Berlin Richtung Düsseldorf. In Düsseldorf erwartete uns wieder uns Transferbus der RSVG, der uns sicher nach Siegburg brachte, wo wir gegen 21.35 Uhr ankamen.
Eine wunderschöne und sehr erlebnisreiche Reise ging zu Ende.
Israel ist ein faszinierendes Land zwischen alter Tradition, Geschichte und moderner Zeit, aber auch voller Widersprüche.
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Christa Schneider
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